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glas, filz, autobahn

eines abends fuhr sie, statt wie gewöhnlich mit dem auto, mit dem zug nach hause. still, denn es war sonst niemand im abteil, war es.
aber das genoß sie. die ruhe draußen und die laute musik über ihre kopfhörer.
das licht um sie herum abgedreht damit sie etwas hinter den pseudoglashartplastik scheiben erkennen konnte.
zumindest etwas anderes als ihr spiegelbild.
ihr spiegelbild hatte sie satt.

gut.
zugegeben.
sie war eine schöne frau.
aber sie achtete auch sehr darauf.
manikürte fingernägel.
gepflegte arme und beine.
spezielle kuren fürs haar.
wenn man so lange haare hatte wie sie war das einfach notwendig, wenn sie über wiesen galoppierte oder auch nur langsam spazierte verfing sich ständig kletten, stöckchen oder blattwerk in ihrem schweif und abends saß sie dann auf ihrer couch und verbrachte die zeit damit all die natur wieder aus ihrem fell und ihren haaren zu zupfen.

esel hatten es da wirklich einfacher.
aber wer wollte schon mit einem esel tauschen?

klein und die meisten unförmig und ein fell dass sich anfühlte als hätte jemand filz über fleisch gespannt.

nein nein. sie war ja wirklich nicht überheblich, aber esel?
nein danke.

andererseits.. sie hatten charme. sie konnten sich über mehr unterhalten als die neuesten football ergebnisse. streethockey. wettrennen.
sie wußten über die schönheit verträumter olivenhaine bescheid. sie kannten genuß, auch wenn viele die ihr bisher begegnet waren eine rauhe art hatten, gerade für diese hatte sie etwas übrig.

sie waren anders.
die esel.
nicht so langweilig wie die normalen zentauren.

als turalu, eine ihrer bekannten beim abteil herinschaute, schrak sie richtig aus ihren träumen und gedanken über esel und ihre ..vielleicht eigensinnige art aber vor allem stark ausgeprägten charakter auf.
was sie hier täte.
das auto in der werkstatt. das kennt man ja.
tjaja.
tjaja.
und so saßen sie den rest der zugfahrt schweigend gegenüber.
das licht dass turalu wieder angeschalten hatte um ihr makeup zu prüfen und die neueste en vogue zu lesen verhinderte dass sie weiterhin ihre blicke über ihr spiegelbild hinaus in die welt schweifen lassen konnte. also kehrte sie zu bekanntem zurück.
fuhr sich, selbstgefällig ihr bild in der scheibe betrachtend, durchs haar wischte die lächerlichen spielereien über esel beiseite.

das nächste mal wohl wieder auto. und autobahn.

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